Endlich hab ich auch einen Bruder – Brother Innovis NV 1800Q

DSC_1184Manchmal, da fühle ich mich als Einzelkind durchaus wohl. Ich kenne ja auch nichts anderes, was sollte ich also vermissen. Dann wiederum betrachte ich meine Familie, die durchweg ALLE Geschwister hatten. Und das mal mehr und mal weniger schön fanden. In meinem Alter jetzt (und ich fürchte auch in dem langsam fortschreitenden Alter meiner Lieblings-Mom [ich muss mich hier ein bisschen einschleimen, falls sie das mal liest :P]) ist die Chance recht klein, nein verschwindend gering, das ich noch zu einem Bruder komme…oder?

DSC_1185Naja, nicht ganz, denn seit kurzem habe ich doch einen Bruder. Einen richtig tollen, großen sogar. Und ich bin wahrlich verliebt in meinen Schatz. Manchmal scheint es mir, guckt er mich sogar an! Ruft mich! Sagt ich soll bei ihm sein, Zeit mit ihm verbringen! UND ihn stets liebevoll behandeln!
Nichts würde mir leichter fallen <3

Lange hatte ich eine W6 3300 exclusiv als Nähmaschine und war damit als Anfängerin wirklich glücklich. Alle kleineren Werke die ich damit nähen wollte, hat die Maschine auch wirklich toll vernähen können. Außer man kommt bei einem kleinen Kind, das gerade laufen lernen will, auf den Gedanken ein paar Lederschuhe zu nähen. Das mag sie dann nicht mehr so. Vor allem wenn es 3 Lagen waren.
Vielleicht habe ich meiner „Wilma“ da zu viel abverlangt.
DSC_1189Wenn ich mal viel Stoff vernähen wollte, vor allem bei einer Patchworkdecke, hatte Wilma leider auch nicht mehr so viel Platz. Gut ich hatte gefühlte hunderte von Stichvariationen, aber wirklich sauber war davon keiner. Und mit meiner sich weiter entwickelnden Näherfahrung und Leidenschaft, wurde zunehmend auch der Wunsch größer eine neue Nähmaschine zu haben. Eine die ein bisschen mehr „wumms“ hat. Die ein bisschen mehr Komfort mitbringt.

Also habe ich mir eine Liste erstellt, mit meinen „Must haves“ und meinen „Nice to haves“:

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Must have:

  • verstellbarer Nähfüßchendruck
  • Obertransport
  • platz zum Quilten/Patchworken
  • großer Anschiebetisch
  • Kniehebel
  • automatischer Fadenabschneider
  • einfädelhilfe
  • vernünftiges Zubehör was nicht alles zugekauft werden muss

Nice to have:

  • vernünftiger Bildschirm
  • punktuelles Vernähen
  • eingebrauter Obertransport (ohne extra Füßchenwechsel)
  • nähen ohne Pedal
  • Schriften zum Nameneinsticken

DSC_1187Und dann habe ich mich auf die Suche gemacht, Erfahrungsberichte gelesen und viele meiner Nähfreunde gefragt, mit welchen Maschinen sie nähen. Mein erster Instinkt brachte mich zu Pfaff…eine Firma die für Wertarbeit steht, selbst meine Oma näht noch auf einer fast 50 Jahre alten Pfaff. Doch die Erfahrungsberichte entmutigten mich schnell. Obwohl eine Pfaff schnell alles mitgebracht hätte, was ich mir gewünscht habe.

Viel empfohlen und vielleicht auch ein kleiner Traum, war eine Maschine von Bernina. Ein Schweizer Unternehmen was wirklich gute Maschinen baut. Aber damit ansatzweise meine Wünsche erfüllt wurden, hätte ich leider ein bisschen mehr Geld zusammen sparen müssen. Das bedeute dann, locker noch mal ein Jahr sparen. Und ich war hier dann auch ein bisschen zu ungeduldig.

DSC_1186Und dann landete ich schließlich bei Brother. Man könnte jetzt meinen, Brother wäre meine Zweitbesetzung. Meine zweite Wahl. Aber das stimmt so nicht ganz. Denn während ich mich immer wieder mit Bernina & Co beschäftigt habe, habe ich Brother gar nicht auf dem Schirm gehabt. Brother war für mich ein Hersteller von Druckern und Scannern. Aber Brother hat mit Nähmaschinen bzw. dem reparieren von Nähmaschinen angefangen. Und das nun schon seit über 100 Jahren. Da möchte man ja meinen, die wissen auch was sie tun 🙂
Die Meinungen über Brother in der Nähszene sind durchweg positiv. Die meisten die nicht gerade eine W6 als Anfänger ihr eigen nennen, besitzen eine Brother Innovis 10 od. 20 und sind auch damit schon sehr zufrieden. Gerade in Nähkursen/-schulen wird die kleine Brothermaschine gern genutzt und geliebt.

DSC_1188Ich war also Mutig und habe ohne einen Testlauf die Maschine beim Nähpark bestellt. Die Lieferung war wirklich schnell, die Maschine wunderbar verpackt und ich bin vom Service begeistert. 60 Tage könnte ich die Maschine nun testen und zurück schicken, falls sie mir nicht zusagt und ich würde mein volles Geld zurück bekommen.
Aber nach 60 Tagen kann ich euch beruhigt sagen, das ich meine NV 1800Q nicht mehr her geben möchte.
Die Maschine ist wertig verarbeitet, macht sich auch ganz hübsch auf meinem Nähtisch, bringt einen großen Platz rechts neben der Nadel mit, wo locker auch Patchworkprojekte zwischen passen. Nähen mit der Zwillingsnadel kann sogar sauber aussehen, das Nahtbild ist wirklich excellent. Wie ich jemals ohne Kniehebel nähen konnte ist mir ein Rätsel, gerade zum Applizieren finde ich das super praktisch. Die Gute ist angenehm leise, das Gas ist schön stufenlos zu dosieren…was soll ich sagen, ich kann ihr nichts negatives abgewinnen und ich hab schon diverse Stoffe verarbeitet.

DSC_1185Bräuchte ich eine neue Nähmaschine, so würde ich mich diesmal ganz sicher bei Brother zuerst umsehen. Preis-Leistung sind hier wirklich hervorragend. Und wenn mich noch mal jemand fragt, welche Maschine für einen Anfänger geeignet ist, bin ich nicht mehr so schnell mit der Äußerung: Nimm ne W6! Da steckt viel drin, aber leider nur recht halbherzig. Dafür ist der Preis unschlagbar. Denn die Funktionen lassen sich die „Marken“-Hersteller gut bezahlen. Ich meine mittlerweile zu recht. Qualität MUSS seinen Preis haben.

DSC_1182Gibts denn auch Nachteile an meiner Brother? Ja, ich will ehrlich sein. Der Obertransportfuß und ich stehen noch ein bisschen auf Kriegsfuß. Denn statt den Oberstoff zu transportieren, fixiert er ihn manchmal. Vor allem bei Sweat und an Nahtübergängen. Das werde ich nun reklamieren, ich bin mir sicher das es an dem Fuß selber liegt und kein Standartproblem ist. Und das Gaspedal wird nen Tropfen Öl bekommen, es quietscht leider ein bisschen. Bei Plastik aber nicht ganz unüblich.
Ihr seht aber, das sind zwei Punkte die vertretbar sind und überall vorkommen können. Sollte ich also eine Bewertung abgeben und ich hätte 5 Sterne zur Verfügung, dann würde ich der Maschine die vollen 5 Sternchen geben…

Und nun wünsche ich euch einen wundervollen Tag und freue mich über jeden, der es bis hier hin geschafft hat, zu lesen 😉

Eure Janina

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8 Comments

  1. Mom

    Ich persönlich habe mich ja schon mit vielen handwerklichen Dingen beschäftigt…. aber mehr so das grobmotorische ?
    Nachdem meine Lieblingstochter aber nun endlich ihr „Brüderchen“ hat, darf ich mich mit der abgelegten W6 in die filigrane Kunst des Nähens einarbeiten…. mal sehen ob’s klappt…..
    Danke Dir noch mal ganz herzlich, „kleine Maus“ ?

  2. Antonia

    Hi Janina,
    Ich musste etwas schmunzeln bei deinem Text. Ich stehe gerade vor dem gleichen „Entscheidungsproblem“ wie du vor etwa 1,5 Jahren.
    Von der w6 3300e, zu Pfaff und durch eine Beratung durch Nähpark, nun doch die Brother?!
    Wie schaut deine Meinung jetzt aus? Bist du immer noch so begeistert?

    Ganz liebe Grüße
    Antonia

    • Hallo Antonia,

      ganz kurz und knapp: ABER SOWAS VON, JA!!!!!
      Ich empfehle sie nach wie vor weiter und bin sehr begeistert. Nach 1,5 Jahren gibt es nichts, was ich mit der Maschine noch nicht geschafft habe! Ich würde sie nicht mehr her geben. Der Nähpark lässt dich die Maschine aber auch ausprobieren (hab ich mit einer Coverlock mal ausprobiert – die es aber dann doch nicht wurde und zurück ging) die Abwicklung klappt da wirklich ganz ausgezeichnet!

      Ich bin gespannt welche es bei dir wird. Halte mich doch mal auf dem laufenden.

      Liebste Grüße
      Janina

  3. Karina

    Hallo Janina,
    ich stelle gerade fest, dass es mir vor einem Jahr genau so ging. Lange Zeit vor dem Tag im Mai 2017 hatte ich Nähfreundinnen gefragt…was hast du für eine Maschine. Letztendlich half mir der TiPP mir aufzuschreiben in einem Ranking von 100%, was ist mir wichtig. So kam ich auf zwei Pfaffmodelle. Dann kam das Wochenende in Karlsruhe und dort probierte ich nicht nur die beiden Modelle von Pfaff, mehrere von Bernina und noch viele von denen ich nichts wusste. Schlich immer wieder am Pfaff-Stand vorbei und verstärkte mein Liebäugeln. So ging es den Freitag, den Samstag und wollte Sonntag Bis Mittag endlich eine der Pfaff kaufen und dann nach Hause fahren… und stand plötzlich am Brother-Stand. Nach knapp einer Stunde testen, sprechen verhandeln wurde es die NV1800q. Bis heute habe ich es nicht bereut. Alles, was ich mir anhand der Anleitung erarbeitete für die jeweilige Nähmöglichkeit, war jedes Mal die pure erstaunliche Lösung von Ideen, die ich sonst nicht für mich als Laien für möglich gehalten hatte.Denn ich hatte keinen Einführungskurs und dies geschah entgegen meiner sonstigen üblichen Vorgehensweise.
    Der große Anstelltisch ist super und erleichtert die „Groß“projekte zu handhaben.

    • Hallo Karina,

      ich freue mich sehr, dass du von der Brother genauso begeistert bist, wie ich. Ich finde man muss einfach das passende Modell für sich finden. Aber wenn ich mich mit einer Maschine nicht wohl fühle, dann merke ich das schnell.
      Mit der Coverlock von Jerome ging mir das schnell so. Preis & Leistung passten für mich gar nicht. Heute nähe ich lieber mit einer Zwillingsnadel als mit einer Coverlock. Wobei ich mich von dem Gedanken „covern“ zu können, nie ganz verabschiedet habe.
      Wer weiß, wann ich diesem Wunsch nachgebe…eine Jerome wirds dann aber nicht. So viel kann ich schon sagen.

      Liebe Grüße und noch ganz viel Freude mit deiner Maschine <3
      Janina

  4. SARAH

    Hallo Janina,
    ich habe deine Erfahrung und deine Freude und auch die aktuellen Kommentare gelesen zu deinem Brother.
    Denn ich habe das Angebot von meiner Nähschule die auch einen Laden dazu haben bekommen, dass ich die gleiche Maschine wie du NV 1800 Q, für 1200 Euro bekommen kann, da sie im Schaufenster steht.
    Freunde und Familie, sagen es ist viel Geld und ich soll es mir gut überlegen. Ich weiß aber auch dass diese eben Neupreis bis jetzt 1699 Euro kostet.
    Ich überlege noch über die innov-is 55 FE. Aber ich denke die beiden Maschinen sollte man nicht vergleichen oder?
    Ich selbst lerne gerade zu nähen. Es macht mir Spaß. Ich weiß aber auch, dass ich nicht viel Zeit bis jetzt dafür habe. Hoffe aber dass ich die noch bekommen werde.

    • Hallo liebe Sarah,

      ich bin ganz ehrlich, ich liebe meine Maschine und würde sie nicht her geben. Aber ich nähe auch schon sehr viele Jahre und dann war es einfach irgendwann an der Zeit zu einer „profi“ Maschine zu greifen.
      Für jemanden, der nähen erst lernt oder noch frisch als sein Hobby bezeichnet, der sollte vielleicht erst mal mit einem günstigeren Modell anfangen. Gerade die Innovis 20 oder auch die 55 FE würden hier definitiv reichen und für die meisten Projekte reichen. Solltest du nicht gerade Leder vernähen wollen.
      Statt also direkt 1200-1500,-€ in eine gute Maschine zu investieren, wäre es vielleicht wirklich erst mal wichtig zu wissen, ob nähen dich lange begleiten wird und zu DEINEM Ding wird. Und was du dann am meisten nähen willst. Bei Kleidung würde zum Beispiel eine Overlock noch sinnvoll sein. Hier wäre also die Kombination von zwei Geräten zu überdenken 😉
      Nach wie vor, wenn du mich direkt nach einem Feedback fragst, dann gebe ich dir absolut meine Kaufempfehlung für meine NV 1800. Allgemein, solltest du aber vielleicht die große Summe direkt am Anfang überdenken, geschickter aufteilen und vielleicht erst mal mit der 20er oder 55er Reihe beginnen.
      Maschinen sind im allgemeinen von Brother auch sehr wertstabil, wenn man pfleglich mit ihnen umgeht. Austauschen kann man in ein paar Jahren also immer noch 🙂

      Ganz viele Grüße,
      Janina

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